Den Jugendlichen, die sich ehrenamtlich im Projekt engagieren, indem sie alte Menschen besuchen und ihnen Zeit widmen, wird eine tragende Rolle zuteil. Die Freiwilligen helfen bei der Durchführung der Veranstaltungen im Projekt, wobei sie nicht nur selbst viel lernen, sondern auch eigene kreative Ideen umsetzen können. Die Jugendlichen erhalten durch das Projekt die einzigartige Möglichkeit, mit den Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Denn die Lebenserfahrungen dieser Menschen sind unschätzbar, und sie sind mit Freude bereit, diese Erfahrungen mit der jungen Generation zu teilen.

Studentische Freiwillige begegnen in der Geschichtswerkstatt den Zeitzeugen und schreiben ihre Lebensgeschichten auf. Auf solche Weise leisten sie ihren wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Erinnerungskultur in Belarus. Die interessantesten Geschichten werden im monatlichen Informationsblatt „Mitteilungen aus dem Warmen Haus“ veröffentlicht, wo sich auch die für den nächsten Monat geplanten Veranstaltungen befinden, und diese Informationsblätter bekommen unsere Zeitzeugen zusammen mit den Lebensmittelpaketen. Die Freiwilligen leisten den alten Menschen, die alltägliche Schwierigkeiten im Haushalt haben, auch soziale Unterstützung.
Ein wichtiger Teil der Arbeit mit Freiwilligen im Projekt ist ihre psychologische Betreuung. Ein deutscher Spezialist für Psychodrama, Fred Dorn, kommt regelmäßig nach Minsk, um sich mit den Freiwilligen zu treffen. Während des Unterrichtes in Psychodrama haben die Freiwilligen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen bei den Begegnungen mit den alten Menschen, ihre Gedanken und Eindrücke zu teilen. In der Form der spontanen Theateraufführung spielen sie verschiedene Situationen, mögliche Szenen aus dem Leben der ehemaligen Ghetto- und KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter. So können sie durch das Theaterspiel die Atmosphäre der damaligen Zeit nachempfinden. Wenn die Freiwilligen eine Situation emotional erlebt haben, danach ihre Eindrücke und Gefühle mit den anderen Teilnehmern der Aufführung ausgetauscht haben, können sie sich besser vorstellen, was die alten Menschen, die ehemaligen Opfer des Nazismus, in den ähnlichen realen Situationen in ihrem Leben hätten fühlen können.

Die internationalen Erfahrungen zeugen davon, dass die Freiwilligenarbeit von der Gesellschaft hochgeschätzt wird und dem Humanismus, dem Gemeinwohl und dem Frieden dient. Am 1. Dezember 2008 fand das erste Internationale Forum der Freiwilligen in der IBB „Johannes Rau“ Minsk statt. Dieses Forum wurde zu einem Ausdruck der gesellschaftlichen Anerkennung der freiwilligen Arbeit in Belarus.
Das internationale Forum der Freiwilligen ist ein Treffpunkt der Freiwilligen und der Veranstalter der Freiwilligenbewegungen aus verschiedenen Ländern, Vertreter der staatlichen Einrichtungen und NGOs. Während des Forums werden Perspektiven der Entwicklung der Freiwilligenbewegungen angesprochen, es findet ein Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern statt. Dies alles dient der Steigerung des Status der Freiwilligen und der Bedeutung dieser Arbeit in Belarus.
Wenn die Idee des Projektes „Altwerden in Würde“ für Sie interessant geworden ist, wenn Sie großes Interesse an der Arbeit mit alten Menschen mit besonderen Lebensgeschichten haben, wenn Sie an unseren Veranstaltungen aktiv teilnehmen wollen, laden wir Sie ein, sich als Freiwillige im Projekt „Altwerden in Würde“ zu engagieren!
Die Studenten der Hochschulen und Universitäten in Minsk haben auch die Möglichkeit, ein Praktikum in unserem Projekt zu machen. Nähere Information können Sie bei der Leiterin des Projektes Marina Wladimirowna Batschilo bekommen.
Wir freuen uns, Sie in der Geschichtswerkstatt begrüßen zu dürfen!
Irina Kalinowitsch, Assistenz
tel/fax: + 375 17 200 76 26


