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Prinzipien der professionellen Ethik der Journalisten

Deklaration der Prinzipien der professionellen Ethik der Mitglieder des Journalistenklubs der IBB Johannes Rau Minsk

Ausgehend von den höchsten moralischen Orientierungspunkten der Berufstätigkeit mit der Absicht, das Vertrauen zu den Medien als einer der wichtigsten demokratischen Institutionen zu stärken,

in Anerkennung der Priorität der internationalen rechtlichen und ethischen Normen im Bereich Massenmedien,

in Kenntnis dessen, dass freier Journalismus gewisse moralische Selbstbeschränkungen erfordert,

empfiehlt der Journalistenklub der IBB seinen Mitgliedern, sich freiwillig an die folgenden Grundsätze der Berufsethik zu halten:

1.     das Recht auf Erlangen und Verbreiten der Information mit allen gesetzlichen Mitteln unabhängig von Staatsgrenzen zu verteidigen;

2.     öffentliche Solidarität mit allen zu äußern, die für ihre berufliche Tätigkeit Druck und Repressionen ausgesetzt werden;

3.     sich in der eigenen Tätigkeit ausschließlich nach den Interessen der Gesellschaft zu richten;

4.     die Meinung zu vertreten, dass egoistische, Gruppen- und Parteiinteressen mit der professionellen Tätigkeit der Journalisten und der Massenmedien nicht zu vereinbaren sind;

5.     maximale Genauigkeit der Information, Wahrhaftigkeit und Gründlichkeit der Argumente bei der Darstellung der eigenen Meinung, Ansicht oder Position anzustreben;

6.     die Wahrheit zu verteidigenund dabei daran zu denken, dass keiner das absolute Recht auf die Wahrheit hat;

7.     andere Meinungen, Ansichten und Positionen zu respektieren, wenn sie keine Lüge enthalten und ein Ergebnis einer Suche nach der Wahrheit sind;

8.     freie Meinungsäußerung zu gewährleisten, wenn sie keine antihumane Ziele hat. Propaganda und Rechtfertigung des Krieges, der Diktatur und ihrer Ausprägungen, der rassistischen, nationalistischen, sozialen, religiösen Intolerant und Feindlichkeit sind mit der Würde der Journalisten und der Massenmedien nicht zu vereinbaren;

9.     sich den Machthabern nicht anzudienen – gleichgültig, worauf sich diese Macht gründet. Die Abhängigkeit von der Macht ist eine zu überwindende Schwäche;

10.   eigene Fehler offen und ehrlich einzugestehen;

11.   von der Unschuld von Personen und Organisationen auszugehen, solange ihre Schuld nicht auf dem Gerichtswege bewiesen ist;

12.   sich nicht das Recht auf öffentliche Einmischung in das Privatleben der Bürger anzumaßen, wenn sie dies nicht erlaubt haben, es sei denn das private Leben der Bürger, insbesondere von Politikern und Beamten, steht im Widerspruch zu  demokratischen und moralischen Normen des öffentlichen Lebens. Jede Person hat das Recht, auf öffentliche Kritik in demselben Massenmedium zu antworten;

13.   öffentliche erniedrigende Charakterisierungen zu vermeiden, welche die Würde eines Menschen, einer Gesellschaft oder eines Staates verletzen;

14.   daran zu denken, dass die Wahrheit nicht nur der größte Wert für Journalisten und Medien ist, sondern auch ein äußerst hohes Maß an Verantwortung vor der Gesellschaft und sich selbst verlangt.