Es gibt in Deutschland hunderte Initiativen, die seit Anfang der 1990er Jahre mit belarussischen Partnern in konkreten Projekten zusammenarbeiten, sei es in Programmen für Kinder aus verstrahlten Regionen, sei es in Schul- und Städtepartnerschaften oder im Bereich alternativer Energien. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die unmittelbare Zusammenarbeit von Mensch zu Mensch suchen. Um Isolation und neue Trennungslinien in Europa zu verhindern, haben sich die Initiativen auf der IBB-Partnerschaftskonferenz 2001 in Iserlohn für ein Förderprogramm Belarus „Grenzen überwinden“ ausgesprochen. Ziel dieses Programms ist die Stärkung von Kooperationen auf zivilgesellschaftlicher Ebene, von denen Modernisierungsimpulse und gesellschaftliche Innovationen in verschiedenen Bereichen ausgehen.
Für das Förderprogramm Belarus stellt die Bundesregierung seit 2002 Mittel zur Verfügung und unterstützt damit bis heute die Arbeit der über 600 deutsch-belarussischen Partnerschaftsprojekte.
Das übergeordnete Ziel des Förderprogramms Belarus ist es, die belarussische Zivilgesellschaft zu unterstützen. Besondere Rolle spielt dabei die Unterstützung von Bürgerinitiativen, die sich auf Partnerschaft und Kooperation zwischen nichtkommerziellen gemeinnützigen Organisationen aus beiden Ländern stützen. Diese Richtung war immer von großer Bedeutung und wird in der Zukunft den Schwerpunkt des Förderprogramms bilden.
Die zentrale Aufgabe des Förderprogramms Belarus der Bundesregierung Deutschlands ist es, die Umsetzung der Ideen und Aufgaben der „Nationalen Strategie der nachhaltigen sozial-ökonomischen Entwicklung der Republik Belarus“ zu unterstützen. Diese Aufgabe wird durch die Förderung von Projekten der deutschen und belarussischen Partnerinitiativen in den Bereichen Bildung, soziale Hilfe, Umweltschutz und Energie, Wirtschaftsentwicklung und Entwicklung der ländlichen Regionen umgesetzt. Außerdem unterstützt das Förderprogramm Belarus durch regionale Seminare die Entwicklung von Partnerschaften zwischen lokalen Behörden, NGOs und anderen Akteuren (z.B. Kirche, Groß- und Kleinunternehmen) zur Lösung der Probleme auf lokaler Ebene in Übereinstimmung mit den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung.
Der Stimulierung und Unterstützung der Entwicklung der Organisationen aus dem nichtkommerziellen Bereich, die in die Umsetzung des Förderprogramms Belarus involviert sind, zur Förderung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit, aber auch zur Stärkung der Rolle der nichtkommerziellen Organisationen in der Entwicklung der thematischen Bereiche des Förderprogramms dient die Expertenbegleitung als weitere Programmkomponente.
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